Forxiga: Wirkung und Nebenwirkungen

Forxiga enthält den Wirkstoff Dapagliflozin aus der Gruppe der SGLT-2-Hemmer. Eingesetzt wird es bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, symptomatischer chronischer Herzinsuffizienz oder chronischer Niereninsuffizienz, bei Typ-2-Diabetes auch bei Kindern ab 10 Jahren. Diese Seite fasst Dosierung, Nebenwirkungen und Warnzeichen nach der Fachinformation zusammen und erklärt, was für eine Folgeverordnung wichtig ist.

Wie Dapagliflozin wirkt

Dapagliflozin hemmt in der Niere das Transportprotein SGLT-2, das Zucker aus dem Primärharn zurück ins Blut holt. Dadurch werden Zucker, Salz und Wasser mit dem Urin ausgeschieden. Daraus erklären sich typische Effekte: Man muss häufiger Wasser lassen, ein Urintest auf Zucker fällt während der Einnahme positiv aus, und der Blutdruck kann mäßig sinken. Bei normalem Blutzucker zeigt Dapagliflozin laut Fachinformation nur eine geringe Neigung zu Unterzuckerungen.

Wie stark der Blutzucker sinkt, hängt von der Nierenfunktion ab: Bei Typ-2-Diabetes ist die zuckersenkende Wirkung vermindert, wenn die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) unter 45 ml/min liegt, und bei schwerer Nierenfunktionsstörung bleibt sie wahrscheinlich aus. Dann kann eine zusätzliche Behandlung des Blutzuckers nötig werden. Einen Überblick über die übrigen Medikamente gibt die Übersicht zu Diabetes Typ 2; Empagliflozin aus derselben Wirkstoffgruppe ist auf der Seite zu Empagliflozin beschrieben.

Anwendungsgebiete und Dosierung

Für alle drei Anwendungsgebiete empfiehlt die Fachinformation dieselbe Dosis von 10 mg einmal täglich. Die Tablette wird zu einer beliebigen Tageszeit eingenommen, unabhängig von einer Mahlzeit, und als Ganzes mit einem halben Glas Wasser geschluckt, am besten jeden Tag zur gleichen Zeit. Bei Typ-2-Diabetes kann Dapagliflozin allein eingesetzt werden, wenn Metformin wegen Unverträglichkeit nicht infrage kommt, oder zusätzlich zu anderen Diabetesmitteln. Es ergänzt Ernährung und Bewegung, ersetzt sie aber nicht. Mehr zu Metformin steht auf der Seite zu Metformin.

SituationDosis laut Fachinformation
Typ-2-Diabetes (Erwachsene und Kinder ab 10 Jahren)10 mg einmal täglich
Symptomatische chronische Herzinsuffizienz (Erwachsene)10 mg einmal täglich
Chronische Niereninsuffizienz (Erwachsene)10 mg einmal täglich
Schwere LeberfunktionsstörungBeginn mit 5 mg, bei guter Verträglichkeit 10 mg
GFR unter 25 ml/minBeginn einer Behandlung nicht empfohlen (begrenzte Erfahrung)
Zusammen mit Insulin oder Sulfonylharnstoffeine niedrigere Dosis dieser Mittel kann erwogen werden

Tablette vergessen, zu viel genommen oder abgesetzt

Ob eine vergessene Tablette nachgeholt wird, hängt vom Abstand zur nächsten Dosis ab. Sind es bis dahin noch 12 Stunden oder mehr, nehmen Sie die Tablette, sobald Sie daran denken; bei weniger als 12 Stunden lassen Sie sie aus und nehmen die nächste zur gewohnten Zeit. Eine doppelte Menge ist nicht vorgesehen.

Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, wenden Sie sich umgehend an eine Praxis oder ein Krankenhaus und nehmen Sie die Packung mit. Brechen Sie die Einnahme nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Praxis zu sprechen, weil bei Diabetes sonst der Blutzucker steigen kann.

Häufige und seltene Nebenwirkungen

Am häufigsten berichtet werden Genitalinfektionen wie eine Pilzinfektion an Penis oder Scheide; bei Frauen treten sie öfter auf als bei Männern. Häufig, das heißt bei höchstens einer von zehn Behandelten, kommen außerdem Harnwegsinfektionen, Rückenschmerzen, vermehrtes oder häufigeres Wasserlassen, Schwindel und Hautausschlag vor, dazu Laborveränderungen wie veränderte Blutfette, mehr rote Blutkörperchen und zu Behandlungsbeginn eine geringere Kreatinin-Clearance. Zusammen mit Insulin oder einem Sulfonylharnstoff ist eine Unterzuckerung sehr häufig; die Dosis dieser Mittel kann dann verringert werden.

Gelegentlich, also bei höchstens einer von hundert Behandelten, treten Flüssigkeitsmangel, Durst, Verstopfung, nächtlicher Harndrang, Mundtrockenheit, Gewichtsabnahme sowie ein Anstieg von Kreatinin und Harnstoff im Blut auf. Selten ist bei Typ-2-Diabetes eine diabetische Ketoazidose. Sehr selten kommen ein Angioödem, eine Nierenentzündung (tubulointerstitielle Nephritis) und die Fournier-Gangrän vor, eine schwere Weichteilinfektion im Genital- und Dammbereich.

Wer Diabetes hat, sollte die Füße regelmäßig ansehen und die Hinweise zur Fußpflege befolgen: In Langzeitstudien mit SGLT-2-Hemmern wurden mehr Amputationen an den unteren Gliedmaßen beobachtet, vor allem an den Zehen; ob das für die ganze Wirkstoffgruppe gilt, ist nicht bekannt.

Warnzeichen, bei denen Sie nicht abwarten sollten

Einige seltene Nebenwirkungen sind gefährlich. Wenden Sie sich bei den folgenden Zeichen umgehend an eine Arztpraxis oder das nächste Krankenhaus, außerhalb der Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 und bei Lebensgefahr an den Notruf 112:

  • Übelkeit oder Erbrechen, Bauchschmerzen, starker Durst, schnelle und tiefe Atmung, Verwirrtheit, ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Müdigkeit, süßlicher Atemgeruch, ein süßlicher oder metallischer Geschmack, veränderter Geruch von Urin oder Schweiß oder rascher Gewichtsverlust: mögliche diabetische Ketoazidose, auch bei normalem Blutzucker. Nehmen Sie Dapagliflozin dann nicht weiter ein.
  • Schmerzen, Empfindlichkeit, Rötung oder Schwellung an den Genitalien oder zwischen Genitalien und After zusammen mit Fieber oder Unwohlsein: Verdacht auf Fournier-Gangrän, die unverzüglich behandelt werden muss.
  • Fieber oder Schüttelfrost, Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Rücken oder in der Seite: Zeichen einer schweren Harnwegsinfektion. Setzen Sie Dapagliflozin in diesem Fall ab und lassen Sie sich schnellstmöglich ärztlich untersuchen; auch Blut im Urin gehört ärztlich abgeklärt.
  • Anschwellen von Gesicht, Zunge oder Hals, Schluckbeschwerden, Nesselsucht und Atemnot: mögliches Angioödem, Notruf 112.
  • Sehr trockener oder klebriger Mund, kaum noch Urin oder schneller Herzschlag, vor allem bei Übelkeit, Erbrechen oder Fieber: Zeichen eines Flüssigkeitsmangels.

Vor Operationen, beim Fasten und bei Erbrechen

Wer wegen einer größeren Operation oder einer akuten schweren Erkrankung ins Krankenhaus kommt, unterbricht die Einnahme laut Fachinformation; die Ketonkörper werden dann überwacht, möglichst im Blut. Fortgesetzt wird erst, wenn die Werte normal sind und sich der Zustand stabilisiert hat. Sagen Sie deshalb vor jeder geplanten Operation, dass Sie Dapagliflozin einnehmen.

Das Risiko einer Ketoazidose steigt bei längerem Fasten, übermäßigem Alkoholkonsum, Flüssigkeitsverlust, einer plötzlichen Verringerung der Insulindosis und bei höherem Insulinbedarf durch eine schwere Erkrankung oder Operation. Bei Übelkeit, Erbrechen oder Fieber oder wenn Sie nicht essen oder trinken können, kann eine Pause bis zur Erholung sinnvoll sein, um einen Flüssigkeitsmangel zu vermeiden; besprechen Sie das mit Ihrer Praxis.

Wechselwirkungen und Kontrollen

Entwässernde Mittel (Diuretika) können zusammen mit Dapagliflozin zu Flüssigkeitsmangel und niedrigem Blutdruck führen. Insulin und Sulfonylharnstoffe erhöhen das Risiko einer Unterzuckerung. Dapagliflozin kann den Lithiumspiegel senken; wer Lithium einnimmt, lässt den Spiegel nach Beginn und nach jeder Dosisänderung häufiger kontrollieren. Den Abbau anderer Arzneimittel über die Leberenzyme des Cytochrom-P450-Systems verändert Dapagliflozin laut Fachinformation voraussichtlich nicht.

Zur Kontrolle des Blutzuckers eignet sich der Laborwert 1,5-Anhydroglucitol unter Dapagliflozin nicht. Bei Erkrankungen mit Flüssigkeitsverlust empfiehlt die Fachinformation, Blutdruck, Hämatokrit und Blutsalze zu prüfen; ein deutlich erhöhter Hämatokrit wird ärztlich abgeklärt.

Wann Dapagliflozin nicht infrage kommt

Als Gegenanzeige nennt die Fachinformation nur eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen Bestandteil. Bei Typ-1-Diabetes soll Dapagliflozin nicht eingesetzt werden, weil in Studien bei Typ-1-Diabetes häufig Ketoazidosen auftraten. Vorsicht gilt bei Menschen, für die ein Blutdruckabfall riskant wäre, etwa bei älteren Menschen oder wenn unter Blutdrucksenkern schon einmal ein zu niedriger Blutdruck aufgetreten ist. Wer häufig Harnwegsinfektionen hat, spricht das vor Beginn an. Die Tabletten enthalten Lactose.

Im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel wird Dapagliflozin nicht empfohlen; wird eine Schwangerschaft festgestellt, wird die Behandlung beendet. In der Stillzeit soll es nicht angewendet werden. Bei Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse IV gibt es nur begrenzte Erfahrungen, und bei chronischer Niereninsuffizienz ohne Diabetes und ohne Eiweiß im Urin liegen keine Erfahrungen vor.

Folgerezept: wie die ärztliche Bewertung abläuft

Für eine Folgeverordnung füllen Sie einen medizinischen Fragebogen aus; Unterlagen wie Medikationsplan, Arztbrief oder aktuelle Laborwerte fordert der Arzt bei Bedarf an, und Sie senden sie über den Chat in Ihrem Konto. Ein Gespräch per Video oder Telefon findet nicht statt: Ihre schriftlichen Angaben bewertet der Arzt Damian Wojno (polnische Approbation, Nr. 3211301). Er kann weitere Unterlagen anfordern, die Verordnung ablehnen oder Ihnen eine Untersuchung in einer Praxis vor Ort empfehlen; einen Anspruch auf eine Verschreibung gibt es nicht.

Für Dapagliflozin sind dabei vor allem die aktuelle Nierenfunktion, die übrigen Diabetes- und Herzmedikamente sowie Hinweise auf Ketoazidose, Genital- oder Harnwegsinfektionen wichtig. Ob eine Verordnung möglich ist, entscheidet der Arzt im Einzelfall. Das Ergebnis einer positiven Bewertung ist ein Dokument: Sie erhalten die ärztliche Verschreibung als PDF per E-Mail. Über die Abgabe entscheidet die Apotheke. Es handelt sich weder um ein E-Rezept noch um eine Verordnung zulasten der Krankenkasse.

Neue Beschwerden wie die genannten Warnzeichen, zunehmende Atemnot oder geschwollene Knöchel bei Herzinsuffizienz sowie eine Schwangerschaft gehören in eine Untersuchung vor Ort, in der Hausarztpraxis oder über den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117. Wie Sie eine Folgeverordnung vorbereiten, beschreibt der Ratgeber zum Folgerezept.

Was kostet das?

Zu den Kosten einzelner Arzneimittel machen wir keine Angaben. Die Gebühr für die ärztliche Bewertung sehen Sie, bevor Sie eine Anfrage absenden. Gibt die Apotheke das Arzneimittel auf diese Verschreibung ab, bezahlen Sie es dort selbst. Welche Arzneimittel die gesetzliche Krankenversicherung nicht übernimmt, regelt unter anderem § 34 Abs. 1 SGB V: Ausgeschlossen sind etwa nicht verschreibungspflichtige Mittel und Mittel, die überwiegend der Abmagerung oder der Regulierung des Körpergewichts dienen. Dapagliflozin ist verschreibungspflichtig und für Diabetes, Herz- und Niereninsuffizienz zugelassen, nicht zum Abnehmen.

Ist Forxiga verschreibungspflichtig?

Ja. Der Wirkstoff Dapagliflozin steht in Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung, und die EU-Zulassung von Forxiga sieht eine Verschreibungspflicht vor. Eine Packung ohne Rezept gibt es nicht.

Kann man mit Forxiga abnehmen?

Zum Abnehmen ist Forxiga nicht zugelassen. Zugelassen ist es für Typ-2-Diabetes, chronische Herzinsuffizienz und chronische Niereninsuffizienz; eine Gewichtsabnahme führt die Gebrauchsinformation als gelegentliche Nebenwirkung auf. Auch ohne Diabetes kann es unter Dapagliflozin zu Flüssigkeitsmangel kommen, weil vermehrt Urin ausgeschieden wird.

Warum ist der Urinzuckertest unter Dapagliflozin positiv?

Das liegt an der Wirkungsweise: Dapagliflozin sorgt dafür, dass Zucker mit dem Urin ausgeschieden wird, deshalb fallen Tests auf Zucker im Urin während der Einnahme positiv aus. Über die Einstellung des Diabetes geben daher Blutwerte Auskunft, nicht der Urinzucker.

Kann eine Ketoazidose auch bei normalem Blutzucker auftreten?

Ja. Unter Dapagliflozin kann eine diabetische Ketoazidose auch bei normalem oder nur mäßig erhöhtem Blutzucker auftreten, in manchen Fällen unter 250 mg/dl. Entscheidend sind deshalb die Beschwerden und nicht der Messwert: Bei Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, starkem Durst, schneller Atmung oder ungewöhnlicher Müdigkeit brauchen Sie umgehend ärztliche Hilfe.

Nimmt die Apotheke die Verschreibung an?

Über die Abgabe entscheidet die Apotheke. Sie prüft unter anderem die Unterschrift, und Verschreibungen aus anderen EU-Staaten werden in Deutschland nicht immer angenommen; diese Verschreibung stellt ein in Polen approbierter Arzt aus. Fragen Sie deshalb vor einer Anfrage in Ihrer Apotheke nach.

Gibt es Dapagliflozin als Generikum?

Ja. Neben Forxiga sind Arzneimittel anderer Hersteller mit Dapagliflozin zugelassen, zentral in der EU ebenso wie national in Deutschland. Für das zentral zugelassene Generikum hat die Europäische Arzneimittel-Agentur bewertet, dass es denselben Wirkstoff enthält, auf dieselbe Weise wirkt und bioäquivalent zum Originalpräparat ist. Maßgeblich für Einnahme und Warnhinweise ist die Packungsbeilage des jeweiligen Präparats.